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    Bärlauch

    Alles über Bärlauch

    Das erste aromatische Kraut des Jahres kommt direkt aus dem Wald. Dort verströmt Bärlauch seinen einzigartigen Duft und lockt zum Selbersammeln. Mit Kenntnis und Vorsicht steht dem nichts im Weg.

    Nach der langen Winterruhe soll Bärlauch stets das erste Kraut gewesen sein, das Bären zu sich nahmen – daher der lateinische Name Allium ursinum. Auch die Menschen freuen sich seit Jahrhunderten über das erste vitaminreiche Grün nach den kalten Tagen. Der Bärlauch muss seine Chance nutzen, denn die notwendige Sonnenenergie für kräftige Blätter und Blüten bekommt er nur, solange die Bäume, in deren Schutz er wächst, noch kein dichtes Blätterdach ausgebildet haben.

    Das erklärt auch, warum es Bärlauchblätter nur kurze Zeit im Jahr gibt: Nach der Blüte und der Ausbildung von Samen zieht sich der Bärlauch in die Erde zurück und zehrt von seinem Vorratsspeicher in den kleinen Zwiebelchen.

    Verwechslungsgefahr

    Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sind dem Bärlauch ähnliche Pflanzen, die aber ungeniessbar oder sogar giftig sind. Deshalb ist eine klare Identifizierung von Vorteil.

    Bärlauchblätter verströmen einen starken Knoblauchduft. Besonders beim Zerreiben der Blätter wird das deutlich, und so wird diese Methode zur Unterscheidung immer wieder empfohlen. Das Problem: Unterwegs duften die Finger auch noch beim Zerreiben von Blättern anderer Pflanzen lange Zeit nach Knoblauch. Als eindeutige Identifizierung ist diese Methode also ungeeignet.

    Die bessere Alternative ist das genaue Betrachten der Blätter. Denn die Blätter vom Bärlauch sind zart. Ihre Blattoberseite glänzt, die Unterseite der Blätter ist matt und etwas heller. Sowohl Maiglöckchen als auch Herbstzeitlosen haben eine weniger matte Blattunterseite. Zudem sind deren Blätter deutlich steifer als Bärlauchblätter. Das gilt auch für den gefleckten Aronstab, der zudem, wenn die Blätter voll ausgebildet sind, deutliche helle Flecken auf den Blättern vorweist. Insgesamt passiert die Verwechslung meist bei jungen Blättern, die oft zart und ungefleckt sind. Im Zweifelsfall sollte man auf ganz junge und kleine Blätter einfach verzichten. Mit diesem Wissen ausgestattet, fällt das Erkennen der Blätter leicht. Wenn man ein paar Mal mit jemandem mitgeht, der gute Wildkräuterkenntnisse hat, wird man zudem selbstsicherer.

    Fälle, in denen es zu Vergiftungen kommt, sind aber selten mangelndem Wissen geschuldet, sondern häufig Situationen, in denen die gesammelten Blätter daheim nicht noch einmal kontrolliert wurden. In der Sammelwut kann es rasch passieren, dass man Blätter wahllos pflückt. Und dabei kann man auch einmal eine unerwünschte Pflanze erwischen. Deshalb: Zuhause noch einmal alle Blätter prüfen. Dann fällt in der Menge der Bärlauchblätter ein artfremdes Blatt schnell auf.

    Tipps zur Verwendung

    Die Bärlauchsaison ist kurz. Wer sie verlängern möchte, kann beispielsweise Bärlauchbutter auf Vorrat zubereiten und einfrieren. So lässt sich das frische Bärlaucharoma auch noch beim Grillplausch im Sommer geniessen.

    Bärlauchblätter lassen sich auch ganz oder gehackt einfrieren. Wichtig dabei: Die Blätter müssen möglichst luftdicht verpackt werden. Sie verströmen sonst ihr Aroma bis in den hintersten Winkel des Gefriergeräts.

    Mit einer bis zwei Wochen ist eine Vinaigrette nicht ganz so lange haltbar wie Tiefgefrorenes. Dennoch: Auch so lässt sich das kräftige Kraut auf köstliche Weise konservieren.

    Last but not least: Bärlauchpesto ist für viele die Konservierungsmethode schlechthin. Sie ist allerdings nicht ganz unproblematisch, weil Pesto unbedingt gut gekühlt und nicht zu lange aufbewahrt werden sollte. Ein paar Wochen im Kühlschrank hält der Pesto aber auf alle Fälle. Von monatelanger Aufbewahrung ist allerdings abzuraten.

    Text: Claudia Schmidt
    Fotos: Migusto, Getty Images

    Bärlauchsalz

    Den Duft von Bärlauch bis in den Herbst hinein geniessen, kann man mit Bärlauchsalz. Es ist schnell und einfach gemacht und etwa ein halbes Jahr haltbar.

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    Kommentare (9)
    I. Akayoglu 11.03.2019

    Eccezionale

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    A. Frommenwiler 10.03.2019

    Liebes Migusto-Team, ich war begeistert von den Bärlauch Rezepten im neusten migusto Magazin. Als ich dann aber gestern in der Migros Filiale nach Bärlauch fragte und es keinen gab, war ich doch sehr überrascht. Wenn dieses Thema gross im Magazin erscheint geht man davon aus, dass es auch erhältlich ist.
    Trotzdem: das Magazin ist Top. Kompliment!

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    B. Schären 10.03.2019

    Ich mache jedes Jahr ca. 10 Kilo Bärlauchpesto. Die Gläser werden vorgängig sterilisiert und das fertige Pesto eingefroren. Einmal aufgetaut verbrauche ich es innert einer Woche. Gerade bin ich am zweitletzten Glas, der Frühling kann kommen.

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    M. Fanti 07.03.2019

    ich möchte von der Migros wissen, woher die Bärlauchblätter stammen, aus dem Wald oder aus Kulturen. Besteht die Gefahr von Fuchsbandwurm auch in Kulturen???

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    M. Team 07.03.2019

    Guten Tag Frau Fanti
    Der Bärlauch in der Migros wird regional beschafft. Am besten fragen Sie deshalb direkt in der Filiale nach oder kontaktieren die M-Infoline.
    Freundliche Grüsse, Ihr Migusto-Team

    P. Helfenberger 01.03.2019

    Die Verwechslungsgefahr wird m.E. überschätzt, die Fuchsbandwurmgefahr unterschätzt. Es ist zu verantworten, im Wald frisch gepflückten Bärlauch einfach so zu waschen wie Salat, oder sollte man ihn doch heiss duschen?
    Mit zwiespältigen Grüssen

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    M. Team 05.03.2019

    Guten Tag Herr Helfenberger,
    Alle bodennah wachsenden Nahrungsmittel könnten mit den Eiern des Fuchsbandwurms kontaminiert sein, z. B. Beeren, Pilze, Gemüse, Salat und Fallobst. Wenn Sie diesbezüglich auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie diese Produkte vor dem Verzehr gründlich waschen und kochen (über 80° C).
    Freundliche Grüsse, Ihr Migusto-Team

    S. Knuchel-Schwarzenbach 26.02.2019

    Kräuterbutter mit Bärlauch passt gut zu Lamm

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    R. Müller-Schoch 24.02.2019

    ich mache auch Kartoffelgratin mit Bärlauch. Einfach zwischen die Kartoffeln gehackten Bärlauch geben. hmm so fein

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