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    Paar isst Hamburger

    Kleines ABC der Kulinarik-Importe aus den USA

    Food-Puristen mögen die Nase rümpfen. Tatsache ist: Kulinarisch haben wir viel von den Amerikanern übernommen. Sehr viel sogar. Kleines Alphabet der Kulinarik-Importe.

    Ahornsirup

    Ahornsirup

    Ohne das flüssige Gold aus den nordamerikanischen Wäldern fühlen sich Pancakes sogar auf Schweizer Tellern nackt. Und weil dieser süsse Saft der Bäume nachhaltig und eine glänzende Zuckeralternative ist, darf er mit gutem Gewissen auch über alles andere gekippt werden, das danach verlangt.

    Brunch

    Brunch

    Dem Wunschkind aus «breakfast» (Frühstück) und «lunch» (Mittagessen) wird inzwischen weltweit und längst nicht mehr nur am Wochenende mit religiöser Hingabe gehuldigt. Kein Wunder: Wer verzichtet schon freiwillig auf die Gelegenheit, bereits um 11 Uhr Bloody Marys zu trinken?

    Cranberries

    Ahornsirup

    Noch wissen wir nicht so recht, was wir mit den säuerlichen Beeren anfangen sollen. Aber dank ihrem Ruf als Superfood und ihrer Eignung für süsse und salzige Gerichte, wird Amerikas heimischstes aller knallroten Früchtchen bestimmt bald auch helvetische Menus erobern. Tipp: Cranberry-Brot, Cranberry-Sellerie-Salat, Schweinsmedaillons mit Cranberry-Portwein-Sauce.

    Donut

    Donuts

    Sicher, auch wir Schweizer haben unsere im Fett ausgebackenen Spezialitäten. Aber gegen den angesagten Verwandten aus den USA kommt so ein Schenkeli halt nur schwer an. Ob aus Kuchen- oder Hefeteig ist Geschmacksache. Garantiert nichts zu tun hat das Loch mit dem in der Mitte des anderen amerikanischen Teigkringels, dem Bagel.

    Erdnussbutter

    Erdnussbutter

    Amerikaner geniessen das Nussmuss auf und in allem, ob mit Pommes frites oder auf Cracker gestrichen als Suppeneinlage. Elvis Presleys Lieblingssnack war ein frittiertes Erdnussbutter-Bananen-Speck-Sandwich. In der Schweiz muss man sich ans klassische «PB & J» (Peanut Butter & Jelly) aus Erdnussbutter und Konfitüre zwischen entrindetem Toastbrot noch gewöhnen.

    Food-Fernsehen

    Food-Fernsehen

    Spitzen- und Hobbyköche hauen sich gegenseitig in die Pfanne. Möchtegern-Konditoren schichten Torten um die Wette, und die Indiana Jones’ des Essens verspeisen knusprig frittierte Regenwürmer – für die laufende Kamera. Die USA haben es vorgemacht. Wir machen es nach.

    Glückskekse

    Glückskekse

    Sie haben mit China nichts zu tun, und sind in ihrer heutigen Form eine amerikanische Erfindung. Die weltweit grösste Fabrik, Wonton Food Inc. in New York, stellt täglich fast 5 Millionen Glückskekse her. Was den Sinn und Unsinn der Sprüche in den knusprigen Waffeltäschchen betrifft, lehnt man da natürlich jede Haftung ab.

    Hotdogs

    Hotdogs

    Und Hamburger. Sie sind den Niederungen des Fast Foods längst entstiegen. Inzwischen locken auch auf Schweizer Tischen Deluxe- und Veggi-Versionen, sei’s mit Foie-gras-Hack oder Soja-Erbsen-Würstchen, tugendhaft vitaminreich oder dekadent garniert.

    Instagram

    Instagram-Bild Wassermelone

    Keine Pizza wird angeschnitten, kein Coupe Romanoff attackiert, bevor sie nicht der Instagram-Gemeinde verfüttert worden sind. Über 400 Millionen Foodfotos zirkulieren im Web. Damit machen sie sogar den Katzenvideos Konkurrenz.

    Joggen

    Joggen

    Wird Gernessern zwecks Linienpflege ans Herz gelegt. Und klingt auf Englisch so viel unangestrengter als auf Deutsch.

    Kellogg’s

    Kellogg’s

    Eigentlich hatte Dr. John Harvey Kellogg ja Gesundheitskost im Sinn, als er 1894 zum ersten Mal Maisflocken röstete. Heute färben Corn Flakes, Frosties & Co. die Milch, in der sie schwimmen, mal schokoladebraun, mal pink und helfen, die täglich empfohlene Zuckermenge schon morgens massiv zu überschreiten.

    Latte

    Kaffee Latte

    Ausgesprochen: «Latthäy». Begleitet von Java Chip Frappuccino, Caramel Macchiato und ähnlichen Kreationen. Mit anderen Worten: Starbucks. Hat der Kafi Crème da noch Chancen? Unbedingt. Manchmal möchte man nämlich einfach nur das: einen Kafi Crème.

    Muffins

    Muffins

    Nicht zu verwechseln mit seinen aufgebrezelten Cousinen, den Cupcakes, die ohne eine dicke Buttercremehaube gar nicht erst auftreten. Der klassische Muffin ist kein Kuchen und deshalb weder zu süss noch zu üppig mit anderen Zutaten versetzt. Blaubeeren sind klassisch. Schokoladestücke schon ein Verstoss gegen ein ungeschriebenes Gesetz.

    Nudelgemüse

    Nudelgemüse

    Und Spaghetti, Linguine oder Pappardelle. Aber aus Gemüse und nicht halb so befriedigend wie das, was sie ersetzen sollen. Die Spirellis, Spralis und Twister, die es zur Herstellung der Pseudopasta braucht, sind so reizlos wie der gehackte Blumenkohl, den man uns neuerdings als Reis verkaufen will. Anders gesagt: Chabis.

    Oreo

    Oreo

    Es ist das meistgegessene Guetzli der Welt. In den USA existiert es in zahllosen Varianten: vom Bananen-Split- und Apfel-Caramel-Oreo bis zu saisonalen Spezialitäten wie dem Kürbis- oder Zuckerstangen-Oreo. In der Schweiz müssen wir uns vorerst mit dem Original aus Schokolade-Biscuits und Milchcremefüllung begnügen. Macht nichts. Wir haben ja die Petits Beurre.

    Popcorn

    Popcorn

    Maiskörner wurden in Mexiko schon vor 9000 Jahren gepoppt. Aber erst die USA machten Kinobesuche ohne ganze Eimer davon undenkbar. Die Butter-und-Salz-Kombination ist für Puristen. Die Speck-Apfel-Bourbon-Caramel-Version für Geniesser. Oder für Spinner.

    Quick Lunch

    Quick Lunch

    Deckel auf, Wasser drauf und guten Appetit. Oder auch nicht. In der Schweiz hat Maggi die Instantmahlzeiten unters Volk gebracht. Aber die Idee stammt aus den USA. Und dort schmeckt pulverisierter Kartoffelstock mit Fleischkügeli auch nicht besser.

    Ronald McDonald

    Ronald McDonald

    Spricht für sich selbst.

    Smoothies

    Smoothies

    Sie gelten als Gesundheitsdrinks für Softies. Hardcore-Vitamin-Apostel halten sich an Säfte. Aber was schmeckt wohl besser: eine kalt gepresste Spinat-Apfel-Gurken-Ingwer-Kombination oder eine frisch gemixte Bananen-Erdbeer-Milch? Eben.

    Take-away

    Take away

    Praktisch, kann jedoch zur Manie werden. Amerikaner verbringen im Durchschnitt über zehneinhalb Stunden pro Tag vor einem Bildschirm und nur knapp 30 Minuten mit der Zubereitung einer Mahlzeit, inklusive Abwaschen. Solange Pixel nicht kochen lernen, wird von Nachahmung abgeraten.

    Umami

    Umami

    Die Amerikaner haben den fünften Geschmackssinn weder erfunden noch entdeckt, aber ihn zum Werbeknüller gemacht. Tomaten, Käse und Pilze sind natürliche Umami-Schmeichler. Da aus der Tube gedrückt alles einfacher ist, wurde flugs eine Umami-Paste entwickelt. Heute ist der Begriff in aller Munde. Die Paste nicht mehr.

    Vegganer (sic!)

    Vegganer

    Dass der Veganismus zurzeit Hochkonjunktur hat, dürfte bekannt sein. Der Vegganismus kommt Schummlern entgegen. Oder einfach Leuten, die auf ihr Frühstücksei («egg») nicht verzichten mögen. Das Butter-Honig-Brot bleibt für sie aber weiter tabu.

    Whiskey

    Whiskey

    Oder Whisky? Der mit «e» stammt aus den USA, der ohne kommt von irgendwo sonst. In einen klassischen Manhattan Cocktail darf beides.

    X - Auswahl bitte ankreuzen

    X - Auswahl bitte ankreuzen

    Die Gastronomie huldigt dem individuellen Geschmack und lässt Kunden vom Müesli bis zur Hörnlipfanne nach amerikanischem Vorbild mehr und mehr selber zusammenstellen – mit schier endlosen Fragestunden am Tresen im Coffee-Shop oder mehrseitigen Multiple-Choice-Wunschkarten auf dem Restauranttisch. Kulinarischen Kamikaze steht nichts mehr im Weg.

    Yo-Yo-Effekt

    Yo-Yo-Effekt

    Ob Dr. Atkins, Hollywood-Diät oder Weight Watchers: Die USA haben der Welt mehr Abspeckprogramme beschert, als man in einem Leben ausprobieren kann. Die Wirkung ist meistens dieselbe: Unten bleibt nicht das Gewicht, nur die Laune.

    Zahnstocher

    Zahnstocher

    Zugegeben, schon die Höhlenmenschen grübelten mit zugespitzten Knochensplittern in ihrem Gebiss herum. Aber die industrielle Zahnstocherproduktion geht auf Charles Forster zurück. Der Bostoner Geschäftsmann überzeugte seine Landsleute in den 1860er Jahren von den Vorzügen der vorfabrizierten Picker aus Holz. Nur Huckleberry Finn blieb stur beim Strohhalm.

    Fotos: Getty Images, iStock
    Text: Sacha Verna

    Donuts

    Donuts, die Teigkringel aus süssem Hefeteig, die frittiert werden, können mit verschiedensten Glasuren aromatisiert – und dekoriert – werden.

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