Psst, weitersagen!
Teilen Sie diese Geschichte mit Ihren Freunden
Gefällt Ihnen diese Geschichte?
Jetzt bewerten
    (4,5)
    Kräuter im Topf

    Cola-Kraut und Ananasminze: Trends im Gewürzbeet

    Was hat es mit Kräutern auf sich, die Namen wie Curry-Kraut oder Orangenthymian tragen? Dahinter stecken alte Sorten oder neue Züchtungen.

    Wer offenen Auges über Märkte spaziert und regelmässig das Angebot von Bauern und Gärtnereien begutachtet, mag sich schon über die neue Vielfalt an Kräutersorten gewundert haben: Von A wie Ananasminze bis Z wie Zitroneneisenkraut umfasst es Dutzende bis anhin kaum bekannte Kräuter. Manchmal verblüfft der Grifftest ganz besonders, zum Beispiel wenn man ein Cola-, Curry- oder Maggi-Kraut zwischen den Fingern verreibt: Das riecht tatsächlich so!

    Cola-Kraut

    Die Eberraute wird auch Cola-Kraut genannt.

    Und wenn man sich von der Überraschung erholt hat, erstaunt die neue Variantenvielfalt bei altbekannten Arten wie Melisse, Thymian, Basilikum oder Minze. Feigenminze, Rikonminze und sogar Ricola-Minze gibt es da etwa. Orangenthymian, Basilikumminze, Pfeffriger Oregano, Zitronenmelisse oder Ananassalbei finden sich ebenfalls.

    Hinter den Namen stecken meistens entweder alte Sorten, die wieder aufkommen, oder neue Züchtungen, die zu frischen Genusserlebnissen in der Küche verführen. Cola-Kraut etwa ist nichts anderes als die altbekannte Eberraute, Maggi-Kraut heisst seit Jahrhunderten Liebstöckel; beide waren in unseren Küchen bisher kaum mehr anzutreffen. Und Curry-Kraut ist die im Mittelmeerraum traditionell als Würze verwendete Italienische Strohblume (oder Italienische Immortelle). Der Korbblütler findet erst jetzt Eingang in unsere Kräuterbeete, genauso wie das Olivenkraut, ebenfalls ein südlicher Korbblütler, der auch Heiligenkraut genannt wird.

    Curry-Kraut

    Die Blätter des Curry-Krauts schimmern silbrig.

    Das verstärkte Interesse an alten und neu gezüchteten Kräutern komme nicht zuletzt von der Spitzengastronomie, sagt Michel Pfarrer, Verkaufsleiter bei Egli's frische Küchenkräuter: "Spitzenköche sind neugierig und versuchen immer wieder neue Zutaten und Aromen." Über Kochsendungen kommt die Kunde von den neuen Kräutern auch beim Publikum an, das heute ebenfalls gerne mit Aromen experimentiert. "Dazu kommt, dass frische Kräuter wieder in sind, da die Konsumenten vermehrt auf die Qualität ihrer Nahrung achten."

    Pfarrers Unternehmen trägt diesem Trend auch mit einem als "Klostergarten" bezeichneten Spezialsortiment Rechnung, das nur saisonal erhältlich ist. "Es handelt sich um einen Versuchsgarten, den wir mehr als Dienst am Kunden betreiben denn als Einnahmequelle." Tatsächlich: Grosse Mengen sind heute in der Schweiz auch auf Märkten nicht zu finden. Doch erinnert Pfarrer an den Erfolg von Koriander, der mittlerweile fast schon zu einem Standardkraut geworden ist. "Das Reisen trägt ebenfalls zum wachsenden Interesse an solchen Kräutern bei", sagt Pfarrer.

    Olivenkraut

    Olivenkraut ist ein Vertreter der Heiligenkräuter.

    Durchaus denkbar also, dass die Kräutervielfalt in unseren Küchen zunehmen wird. Doch bis es normal ist, dass der Schweizer Hobbykoch seinen Sugo mit Olivenkraut statt Basilikum und das Poulet mit Zitronen- statt normalem Thymian würzt, werden bestimmt noch ein, zwei Jahre vergehen.

    Fotos: Helen van Pernis
    Text: Roberto Zimmermann

    Tomatentarte mit Zitronenthymian

    Als Vegi-Haupgericht, Vorspeise und Fingerfood ein Genuss: Die Tomatentarte mit Zitronenthymian ist einfach und schnell zubereitet.

    Ihre Meinung zur Geschichte
    Geben Sie Ihren Senf dazu
    Hinzufügen

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Dieser wird nun geprüft und so schnell wie möglich aufgeschaltet.

    Kommentare (3)
    G. Oelsner 27.05.2018

    Ich finde das einen sehr interessanten Artikel, zumal ich täglich Kräuter verwende. Vielen Dank dafür. Was mich noch interessieren würde wäre wie ich Kräuter ohne grossen Aufwand auf dem Balkon ziehen kann

    Antworten

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Dieser wird nun geprüft und so schnell wie möglich aufgeschaltet.

    M. Team 28.05.2018

    Wir empfehlen Ihnen unsere «Kleine Kräuterkunde für Balkongärtner».
    Viel Spass im Balkongarten
    Ihr Migusto-Team

    M. Nydegger 24.05.2018

    Article très intéressant ! J'ai, dans mon jardin, de la livèche ou herbe à Maggi. Ça pousse très vite. Mais attention à ne pas en mettre trop dans les plats. Un peu ça donne un petit goût de Maggi agréable, mais si on en met trop ça donne un fort goût de céleri à tout le plat.

    Antworten

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Dieser wird nun geprüft und so schnell wie möglich aufgeschaltet.

    Bewertungen

    Diese Geschichte gefällt Ihnen? Wir freuen uns über Ihre Bewertung

      (4,5)

      Die Geschichte wurde bereits von 8 Person(en) bewertet.

      Psst, weitersagen!
      Teilen Sie diese Geschichte mit Ihren Freunden

      Kennen Sie diese Geschichte schon?

      Listicle
      Steinfrüchte sind ein sicherer Indikator für die nahenden Sommertage. Frisch verarbeitet, geben Sie jedem Sommerdrink das raffinierte gewisse Etwas.
      Trend
      Wer den Sommer länger geniessen will, nutzt die Hochsaison sonnengereifter Früchte und Gemüse.
      Hintergrund
      Andere Länder, andere Küchen: ein Blick auf die Tische anderswo gibt neue Ideen für unseren Brunch.
      Trend
      Wurzel- und Knollengemüse bieten für Gaumen und Wohlbefinden Einzigartiges. Die Geschöpfe aus der Unterwelt sind vielseitig, reich an Aroma und Nährstoffen.

      10x Cumulus Punkte erhalten. anmelden & punkten!

      Jetzt Clubmitglied werden und profitieren

      Alle Clubvorteile auf einen Blick

      Jetzt Club-Mitglied werden und Ihre Meinung abgeben.
      Das gefällt Ihnen? Jetzt Club-Mitglied werden und die Geschichte speichern.
      Diese Geschichte gefällt Ihnen?
      Klicken Sie auf das Herz und die Story wird in Ihrer Liste gespeichert.
      Bitte versuchen Sie es später nochmals
      Der Server steht im Moment nicht zur Verfügung.