Psst, weitersagen!
Teilen Sie diese Geschichte mit Ihren Freunden
Gefällt Ihnen diese Geschichte?
Jetzt bewerten
    (4)
    Honig

    Bei den fleissigen Stadtbienen

    Joost Oerlemans hält einen Grossteil seiner Bienen in der Stadt Basel. Stadtbienen sind einträglicher als ihre Kolleginnen auf dem Land. Doch auch die Gefahren für die Tierchen sind grösser.

    Vorsichtig gibt Joost Oerlemans mit einem «Smoker» genannten Gerät ein paar Rauchstösse in den Bienenkasten. Dann entnimmt er behutsam eine Wabe und beobachtet, wie sich die Tiere verhalten. «Die Biene ist kein einfaches Haustier, sondern ein Wildtier», sagt der ausgebildete Imkermeister. Er hält insgesamt 45 Bienenvölker, zwei Drittel davon in der Stadt Basel.

    Seine Bienen besucht er einmal pro Woche. Der Kontrollgang führt ihn unter anderem auf ein Flachdach eines Bürogebäudes. Mit sicherer Hand prüft er Wabe um Wabe und sieht nach, ob seine Tiere nicht etwa hungrig oder krank sind. Er trägt seinen weissen Imker-Overall vor allem deshalb, um seine Kleider vor Wachs- und Propolis- (d.h. Bienenharz-) flecken zu schützen. Den Gesichtsschutz und die Handschuhe hingegen braucht er selten. «In der Stadt siedle ich ausschliesslich sehr sanftmütige Völker an, die keine Tendenz zum Schwärmen haben», erzählt er und fügt lachend an: «Gestochen werde ich hin und wieder trotzdem, das gehört halt dazu.»

    Die Bienen sind auf Hausdächern, in privaten Gärten und in einem Stadtpark untergebracht und gehen in Basel emsig ihrer Arbeit nach. In den zahlreichen Baumalleen, Rabatten und den begrünten Balkonen finden sie viel Nektar und leisten wertvolle Bestäubungsarbeit. Oerlemans fasziniert, dass sie mittels Tänze miteinander kommunizieren und angeben können, wo sich gute Blüten befinden: «Auch als erfahrener Imker staune ich immer wieder und lerne jedes Jahr Neues über die Bienen dazu.»

    Das Bienenhaus, wie man es oft in ländlichen Gegenden antrifft, ist typisch für die Schweiz.

    Das Bienenhaus, wie man es oft in ländlichen Gegenden antrifft, ist typisch für die Schweiz.

    1/6
    Joost Oerlemans betreibt das Schaubienenhaus im Tierpark Lange Erlen in Basel. Interessierte Besucher können hinter Glas die Arbeit des Imkers verfolgen.

    Joost Oerlemans betreibt das Schaubienenhaus im Tierpark Lange Erlen in Basel. Interessierte Besucher können hinter Glas die Arbeit des Imkers verfolgen.

    1/6
    Joost Oerlemans arbeitet meist ohne Gesichtsschutz und ohne Handschuhe, denn Stadtbienen sind sehr sanftmütig.

    Er arbeitet meist ohne Gesichtsschutz und ohne Handschuhe, denn Stadtbienen sind sehr sanftmütig.

    1/6
    Joost Oerlemans feuert den Smoker an. Mit wenigen Rauchstössen, die er ins Anflugloch gibt, lassen sich die Bienen beruhigen, sodass der Imker seine Arbeit ungestört erledigen kann.

    Joost Oerlemans feuert den Smoker an. Mit wenigen Rauchstössen, die er ins Anflugloch gibt, lassen sich die Bienen beruhigen, sodass der Imker seine Arbeit ungestört erledigen kann.

    1/6
    Der Rauch verhindert, dass die Bienen auffliegen. Die Wildtiere interpretieren den Rauch als Brandgefahr, kehren auf ihre Waben zurück und fressen Honig, um genügend Energie zu haben, falls sie vor dem Feuer flüchten müssen.

    Der Rauch verhindert, dass die Bienen auffliegen. Die Wildtiere interpretieren den Rauch als Brandgefahr, kehren auf ihre Waben zurück und fressen Honig, um genügend Energie zu haben, falls sie vor dem Feuer flüchten müssen.

    1/6
    Joost Oerlemans begutachtet die Bienen auf den Waben.

    Joost Oerlemans begutachtet die Bienen auf den Waben.

    1/6
    Die Königin ist mit einem Farbtupfer markiert. An der Farbe erkennt der Imker das Alter der Königin.

    Die Königin ist mit einem Farbtupfer markiert. An der Farbe erkennt der Imker das Alter der Königin.

    1/6

    Stadtbienen bringen rund doppelt soviel Honig ein wie Landbienen. Dies, weil es in der Stadt drei bis vier Grad wärmer ist und die Bienen dadurch früher und länger ausfliegen können. Aber auch das Nahrungsangebot ist viel grösser als auf dem Land, wo Monokulturen vorherrschen und die Nektarquellen knapp werden, nachdem die Obstbäume und der Raps verblüht sind. Ein Stadtimker muss seine Bienen seltener mit Zuckerwasser füttern. «Von den rund 300 bis 400 kg Honig, den ein Bienenvolk im Jahr sammelt, schleudere ich etwa 30 kg aus, den Rest dürfen die Bienen für sich selber beanspruchen», sagt Oerlemans.

    Die Stadtimkerei ist zurzeit populär, die Bienendichte entsprechend hoch. «In Basel leben durchschnittlich 25,5 Völker pro Quadratkilometer», sagt der Bienenzüchter und fügt an: «Dadurch steigt das Ansteckungsrisiko gefährlicher Krankheiten. Deshalb ist es wichtig, dass alle Imker gut ausgebildet sind und ihre Völker gegen Krankheiten behandeln.»

    Konflikte zwischen Städtern und Imkern sind zwar selten, kommen aber vor. Um sie zu vermeiden, sucht Oerlemans aktiv den Kontakt zu den Nachbarn, informiert sie und schenkt ihnen hin und wieder ein Glas Honig. Das ist Ehrensache. «Es ist mir eine Freude, den Leuten zu zeigen, was wir machen. Und wenn ihnen der Honig schmeckt und sie davon begeistert sind, habe ich mein Ziel erreicht», sagt er lachend.

    Joost Oerlemans

    Imker Joost Oerlemans

    Joost Oerlemans (63) ist Imker mit Leib und Seele. Er besitzt Bienenvölker in der Stadt Basel und ihrer Umgebung. Bereits als Jugendlicher hatte er seine ersten Bienen. Er leitet heute diverse Imkerkurse und führt unter anderem durch den Kurs «Bienen – hautnah erlebt» der Migros-Klubschule.

    Fotos: Kostas Maros
    Text: Regula Burkhardt

    Cupcakes mit Lavendelhonig

    Cupcakes ganz elegant: Lavendelblütenhonig und Mandeln im Teig geben ein herrliches Aroma, auch die zitronige Haube ist fein mit Lavendelblüten garniert.

    Ihre Meinung zur Geschichte
    Geben Sie Ihren Senf dazu
    Hinzufügen

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Dieser wird nun geprüft und so schnell wie möglich aufgeschaltet.

    Kommentare (0)
    Bewertungen

    Diese Geschichte gefällt Ihnen? Wir freuen uns über Ihre Bewertung

      (4)

      Die Geschichte wurde bereits von 6 Person(en) bewertet.

      Psst, weitersagen!
      Teilen Sie diese Geschichte mit Ihren Freunden

      Kennen Sie diese Geschichte schon?

      Trend
      Wer sich einmal an andere Wildbeilagen als die klassische Spätzli-Rotkraut-Kombi wagen möchte, erhält hier Inspiration.
      Hintergrund
      Der Znacht hat sich gewandelt. Er ist heute das wichtigste Essen im Kreis der Familie oder von Freunden.
      Listicle
      Ob man in private Kochtöpfe schaut oder die Menukarten der Schweizer Wirtshäuser liest: Diesen zehn Gerichten begegnet man immer und überall.
      Trend
      Die Tavolata, Inbegriff der italienischen Lebensart und der Gastfreundschaft generell, erlebt ein Comeback.

      10x Cumulus Punkte erhalten. anmelden & punkten!

      Jetzt Clubmitglied werden und profitieren

      Alle Clubvorteile auf einen Blick

      Jetzt Club-Mitglied werden und Ihre Meinung abgeben.
      Das gefällt Ihnen? Jetzt Club-Mitglied werden und die Geschichte speichern.
      Diese Geschichte gefällt Ihnen?
      Klicken Sie auf das Herz und die Story wird in Ihrer Liste gespeichert.
      Bitte versuchen Sie es später nochmals
      Der Server steht im Moment nicht zur Verfügung.