Psst, weitersagen!
Teilen Sie diese Geschichte mit Ihren Freunden
Gefällt Ihnen diese Geschichte?
Jetzt bewerten
    (2,7)
    Gemeinsam essen

    Abendessen – die wichtigste Mahlzeit

    Der Znacht hat sich gewandelt. Er ist heute das wichtigste Essen im Kreis der Familie oder von Freunden.

    Frühstück, Mittag-, Abendessen – heute nehmen nur noch wenige Familien alle drei Mahlzeiten gemeinsam ein. Der moderne Arbeitsalltag und individuelle Schulpläne der Kinder haben zur Folge, dass jedes Familienmitglied zu einer anderen Zeit das Haus verlässt. Das Abendessen hat darum einen immer grösseren Stellenwert. Mittlerweile ist der Znacht vor allem wochentags die wichtigste Mahlzeit. Und zwar nicht nur für Familien, auch für Paare und Singles, die sich zum Dinner mit Freunden treffen.

    Gemeinsam, nicht einsam

    «Speziell das Abendessen übernimmt die Funktion eines sozialen Lagerfeuers, zu dem man sich bei gutem Essen versammelt», heisst es im Buch «So is(s)t Deutschland». Das Gleiche gilt für die Schweiz: Abends zu Tisch wird rapportiert, diskutiert, verhandelt und geturtelt. Etwas nämlich ist trotz veränderter Essgewohnheiten immer noch gleich: Der Mensch isst nicht gern alleine, und vor allem schafft er über das Essen Verbundenheit. Kulinarisch im Trend liegt ein warmes, aber leichtes Abendessen. Doch der Berufsalltag macht uns nicht selten einen Strich durch die Rechnung: Laut einer Studie nehmen sich 70 Prozent Zeit für das Abend-, aber nur 50 Prozent Zeit für das Mittagessen. Logischerweise knurrt also der Mehrheit abends der Magen. Und darum isst diese Mehrzahl im Vergleich abends am meisten. Ganz nach dem Motto: Der Moment und das Beisammensein zählen, nicht die Kalorien.

    Leicht, schnell oder abendfüllend

    Brotsuppe

    Znacht nach traditioneller Art: Die Brotsuppe ist ideal für die Resteverwertung. Hier gehts zum Rezept für Brotsuppe.

    Neben Café complet wurden hierzulande abends lange Zeit Älplermagronen, Ghackets und Hörnli, Cervelat mit Brot, Rösti, Gschwellti und Käse oder ein Restegericht wie Brotsuppe aufgetischt. Heute bestimmt vor allem die Agenda, was oder wie viel am Abend noch gegessen wird. In aller Munde ist ein leichter und gesunder Znacht. Stichwort: LowCarb. Wer mittags bereits einen reichhaltigen Businesslunch hatte und am Abend vor allem ausspannen will, lässt den Znacht einmal pro Woche vielleicht sogar ausfallen und trinkt nur einen Smoothie, etwa mit Beeren und Chia-Samen. Wenn das Abendessen jedoch das soziale Highlight des Tages ist, steht ein ganz normales Menü mit Familie, Partner oder Freunden auf dem Speiseplan. Und dann gibt es noch die Abende, an denen der Znacht für einmal vor dem Fernseher eingenommen wird – zu einer coolen Serie oder einem wichtigem Fussballmatch. In diesem Fall kommt Convenience-Food – Fertiggerichte, Pizza oder bereits gewaschener und gerüsteter Salat – zum Zug. Oder Fixfertiges vom Take-away auf dem Heimweg beziehungsweise das der Delivery-Service nach Hause bringt.

    Café complet – weder in noch out

    Die legendäre Schweizer Kochbuchautorin Marianne Kaltenbach konnte sich mit 20 Jahren für den «Milchkaffee mit Brot und Käse» überhaupt nicht erwärmen. Erfolgsautor Martin Suter hingegen fand fernab der Heimat, in Guatemala und auf Ibiza, erneut Gefallen am einfachen, helvetischen Znacht. Verpönt oder geliebt – der Café complet hat Schweizer Znachtgeschichte geschrieben. Er umfasst ganz klassisch ein «Chacheli» Milchkaffee, begleitet von Brot, Butter, Käse, Aufschnitt, Konfitüre, vielleicht sogar einem Birchermüesli. Zwei Künstler aus Deutschland, die zum Thema Abendbrot in Basel etliche Personen zum Thema befragten, mussten feststellen, dass heute längst nicht mehr alle wissen, was der Begriff bedeutet: «Café complet? Noch nie gehört», bekamen sie nicht nur einmal zu hören. Eine Frau meinte, dass sie mit dem Namen Besuche mit der Grossmutter in einem Tea-Room verbinde, wo diese eben immer diesen Café complet bestellt habe, der ihr selbst aber komplett fremd war. Eine andere Befragte sagte, dass für sie seit Kindertagen ein kaltes Nachtessen ein Café complet sei. Dazu gehöre alles Mögliche, aber auf keinen Fall Kaffee. In der Tat wird heute der Kaffee auch öfters durch Tee oder ein Glas Wein ersetzt und neben Käse und Brot kommen Salat und Obst auf den Tisch. Der Café complet ist vielleicht aus der Mode gekommen, gleichzeitig aber auch variierbar geworden. Komplett «abtischen» lässt er sich auf jeden Fall nicht.

    Fotos: iStockphoto, Christine Benz, Andreas Thumm, Claudia Linsi
    Text: Judith Wyder

    Ihre Meinung zur Geschichte
    Geben Sie Ihren Senf dazu
    Hinzufügen

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Dieser wird nun geprüft und so schnell wie möglich aufgeschaltet.

    Kommentare (0)
    Bewertungen

    Diese Geschichte gefällt Ihnen? Wir freuen uns über Ihre Bewertung

      (2,7)

      Die Geschichte wurde bereits von 6 Person(en) bewertet.

      Psst, weitersagen!
      Teilen Sie diese Geschichte mit Ihren Freunden

      Kennen Sie diese Geschichte schon?

      Listicle
      Raclettekäse ist zum Dahinschmelzen und bereichert darum auch die Küche. Als Block lässt er sich zudem gut in Form bringen für Köstlichkeiten jeder Art.
      Reportage
      Bei Steh-Apéros fehlt einem meistens etwas. Man bräuchte eine Hand mehr. Noch besser gleich zwei.
      Reportage
      Wer in Portugal eine landestypische Kleinigkeit essen möchte, bestellt Petiscos. Und nein: Das ist nicht einfach eine Variante der Tapas aus dem Nachbarland.
      Hintergrund
      Andere Länder, andere Küchen: ein Blick auf die Tische anderswo gibt neue Ideen für unseren Brunch.

      10x Cumulus Punkte erhalten. anmelden & punkten!

      Jetzt Clubmitglied werden und profitieren

      Alle Clubvorteile auf einen Blick

      Jetzt Club-Mitglied werden und Ihre Meinung abgeben.
      Das gefällt Ihnen? Jetzt Club-Mitglied werden und die Geschichte speichern.
      Diese Geschichte gefällt Ihnen?
      Klicken Sie auf das Herz und die Story wird in Ihrer Liste gespeichert.
      Bitte versuchen Sie es später nochmals
      Der Server steht im Moment nicht zur Verfügung.