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    Wilde Preiselbeeren im Metallkessel

    Preiselbeeren – 5 Tipps zum Sammeln und Kochen

    Die herben Herbstbeeren veredeln so manch salziges wie süsses Gericht. Im September ist Sammelhochsaison der roten Perlen in den Schweizer Bergen.

    Sie gehören zum kulinarischen Herbst wie die Alpen zur Schweiz und doch wissen die wenigsten von uns, dass Preiselbeeren in der Schweiz wild wachsen. Ihr Geschmack ist herb-säuerlich und sie verleihen süssen wie salzigen Speisen und ebenso Getränken eine ganz besondere Note. Zudem enthalten die Beeren verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, unterstützen uns also ideal für die kühlere Jahreszeit.

    Migusto-Rezeptautorin Annina Ciocco macht sich immer im Frühherbst auf die Suche nach wilden Preiselbeeren im Bündnerland, welche sie dann zu herrlichen Gerichten verarbeitet. Für unsere Leserinnen und Leser hat sie einige Tipps zusammengestellt, die beherzigen sollte, wer Preiselbeeren selbst pflücken möchte. Der Lohn der Mühe sind ein volles Körbchen und vollendeter Genuss.

    Zeitspanne

    Preiselbeeren sind in den hiesigen Alpen und Voralpen im September reif. Bei warmem Wetter können sie bis in den Oktober gesammelt werden. Nach dem ersten Frost werden sie allerdings weich und schrumpelig. Mit etwas Glück lassen sich aber sogar im November noch schön pralle Beeren finden. In tieferen Lagen sind die Beeren übrigens auch schon mal im August reif. Die grösseren Cranberrys, welche als gute Alternative zu Preiselbeeren funktionieren und oft aus den USA importiert werden, sind in der Migros frisch im Oktober und November erhältlich.

    Annina Ciocco sammelt Preiselbeeren in den Bündner Bergen

    Persönlicher Tipp von Annina Ciocco

    Dank meinen Kindheitserinnerungen von den Ferien in den Bündner Bergen kann ich mir einfach merken: In den Sommerferien lassen sich jeweils die Heidelbeeren sammeln und in den Herbstferien kommen dann die Preiselbeeren dran.

    Fundort

    Preiselbeeren mögen stark saure, nährstoffarme Böden. Man findet sie in lichten Nadelbaumwäldern, Mooren und an sonnigen Bergwiesenhängen rund um die Baumgrenze. Achten Sie einfach auf die typischen Zwergsträucher mit den immergrünen Blättern. Besonders wenn die Preiselbeeren reif sind, sieht man die leuchtend roten Beeren leicht.

    Preisebeeren wachsen an Bergwiesenhängen

    Persönlicher Tipp von Annina Ciocco

    Oft lassen sich die Preiselbeeren zwischen Wachholder- und Heidelbeerstauden finden. Achtet man auf die Blätter beziehungsweise Nadeln der Sträucher, erkennt man die Preiselbeerstauden an der Blattfarbe und -form. Sie sind rund und dunkler als die der Heidelbeeren.

    Reifegrad

    Die Farbe der Preiselbeeren ist das beste Merkmal für den Reifegrad. Reife Früchte sind leuchtend rot. Preiselbeeren sind zwar roh essbar (gewaschen), weil sie aber ausgesprochen sauer und auch ein wenig bitter-herb schmecken, werden sie immer gekocht und meist gesüsst. Um den Reifegrad zu prüfen, kann aber durchaus mal eine Beere aus schattigen Lagen im Vergleich zu einer aus sonnigen Lagen frisch verzehrt werden (vorher waschen!).

    Preiselbeeren am Strauch in der freien Natur

    Persönlicher Tipp von Annina Ciocco

    Wenden Sie die Beeren vor dem Pflücken. Wenn sie rundum schön rot sind, sind sie reif. Hellrote oder sogar grünliche Bäckchen verraten, dass die Beeren noch zu sauer sind.

    Waschen und Sortieren

    Wichtig ist, dass wildgesammelte Beeren vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Auch weil die Gefahr besteht, dass Kot des Fuchses an den Beeren klebt und man sich mit dem Fuchsbandwurm ansteckt. Das kommt zwar sehr selten vor, kann aber eine schwere Lebererkrankung zur Folge haben. Beim Aussortieren Blättchen, kleine Zweige und vertrocknete oder noch unreife Früchte entfernen, danach die Beeren gut waschen.

    Preiselbeeren sortieren

    Persönlicher Tipp von Annina Ciocco

    Sammeln von Preiselbeeren ist für mich unbedenklich, denn diese wasche ich immer alle brav. Bei den Heidelbeeren allerdings besteht – da sie roh so gut schmecken – die Gefahr, dass ich mal nicht widerstehen kann und das eine oder andere Beerchen direkt ab der Staude esse.

    Haltbarmachen

    Hat man so viele Preiselbeeren gesammelt, dass man nicht gleich alle kochen und essen mag, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese haltbar zu machen. Zum Beispiel in einem Kompott (siehe Rezept Preiselbeerkompott) oder man friert sie lose auf einem Blech ca. 3 Stunden ein, packt sie danach in Gefrierbeutel ab und bewahrt diese im Tiefkühler auf. Die Beeren sind gefroren gut 6 Monate haltbar.

    Persönlicher Tipp von Annina Ciocco

    Besonders fein schmecken die Preiselbeeren, wenn sie in gutem Alkohol eingelegt und so haltbar gemacht werden, ähnlich wie bei einem Rumtopf. Allerdings verrate ich Ihnen nun unser Familienrezept nicht… Probieren Sie selbst aus, ihre Lieblingskombination zu finden. Das Resultat passt dann übrigens perfekt zu Plain in Pigna (einer Bündner Ofenrösti).

    Fotos: Pia Grimbühler, Lee Jakob
    Text: Annina Ciocco
    Redaktion: Claudius Wirz

    Gefüllte Perlhuhn-Brüstchen mit Preiselbeeren

    Mit ihrem süsslich-säuerlichen Aroma veredeln Preiselbeeren viele Speisen. Bei den Perlhuhnbrüstchen sind sie in der Frischkäse-Füllung und in der Sauce.

    Gefüllte Perlhuhn-Brüstchen mit Preiselbeeren
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    Kommentare (2)
    M. Fehr 29.08.2018

    Mir fehlt der Hinweis, dass Preiselbeeren nicht mit der Bärentraube verwechselt werden dürfen.

    Antworten

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    S. Perroud 28.08.2018

    Super, les airelles sont vraiment méconnues, article très intéressant

    Antworten

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