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    Grittibänze

    Süsser Kerl aus Hefeteig

    Der feine Duft nach frisch gebackenem Grittibänz läutet die Vorweihnachtszeit ein und lässt Kinderherzen höher schlagen. Woher kommt er denn eigentlich, der Bänz?

    Ursprünglich bildete der Brotmann den heiligen Nikolaus von Myra ab, der am 6. Dezember als gabenbringender Samichlaus gefeiert wird. Die Basler kennen ihn als Grättimaa, in der Region Winterthur-Unterthurgau-Stein isst man hingegen den Elggermaa. Brötige Maa, Chläus oder Bonhomme de Saint Nicolas wird er andernorts genannt. Wörtlich übersetzt heisst «Gritte» soviel wie grätschen, also die Beine spreizen. «Bänz» ist die Kurzform von Benedikt, ein Name, der früher so geläufig war, dass man ihn für alle männlichen Personen verwendete. Kurzum, «Grittibänz» heisst übersetzt «Mann mit gespreizten Beinen».

    Grittli, die Brotfrau

    Die Anfänge dieses Brauchs liegen weit zurück. «Im Mittelalter wurde das Bildgebäck, für die Kinder zubereitet, die den Grittibänz anstelle der Hostie, dem Leib Christi, verzehrten, da man diese erst nach der Erstkommunion einnehmen darf», sagt der Theologe Ernst Axel Knauf, der an der Uni Bern doziert. Der Grittibänz ist auch im Buch «Das kulinarische Erbe der Schweiz» von Paul Imhof aufgeführt. Demnach ass man die ersten Brotmännchen am Bielersee, zu Beginn des 20. Jahrhunderts kannte man sie vor allem im Mittelland. Damals verwendete man sowohl Teige aus Weissmehl als auch Butter-, Eier-, Roggenbrot- oder Lebkuchenteig. Auch einen weiblichen Gritti, das Grittli, gab es früher. Es wird in einem Niklausspruch aus dem Jahr 1546 des Zürcher Reformators Heinrich Bullinger erstmals erwähnt und tauchte auch im Berner Oberland auf.

    Video-Rezept

    Rauchender Bänz

    Mit Mütze, Schal, manchmal ganz schlicht oder gar mit Weste, so kennt man ihn heute, den Grittibänz. Gemacht wird er meist aus mehr oder weniger süssem Hefeteig, einige Bäcker verfeinern ihn mit Vanille, Orange oder Zitrone. In Basel bestreut man den Grittibänz zusätzlich mit Hagelzucker. In Solothurn indes zeigt die Figur auffallende Ähnlichkeit mit dem Schutzpatron Ritter St. Ursus. Doch woher kommt die weisse Pfeife, die manchem Bänz aus dem Mundwinkel hängt? «Der Grittibänz trug früher einen Bischofsstab. In der Reformationszeit wurden viele katholische Symbole jedoch verweltlicht und an die Stelle des Stabs trat die Pfeife, die einem umgedrehten Bischofsstab gleicht», sagt Theologe Knauf. So wurde aus einem heiligen kurzerhand ein rauchender Grittibänz.

    Text: Regula Burkhardt

    Grittibänze

    Ganz schön süss, diese Kerle. Selbstgemacht schmecken die «Männer mit gespreizten Beinen» (so heissen Grittibänze übersetzt) natürlich gleich doppelt so gut.

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    Kommentare (3)
    K. Ernst 06.12.2017

    Interessant!

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    P. Feissli-Vonlanthen 05.12.2017

    Intéressant mais et la recette....

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    A. Brot-Cavelti 04.12.2017

    Sehr fein

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